gripsware – Bauzeitenplanung, Bautagebuch & Mängelmanagement

gripsware – Bauzeitenplanung, Bautagebuch & Mängelmanagement

Mengenermittlung im Baugewerbe

Massenermittlung im Bau-Gewerbe

Bei der Planung eines großen Bauvorhabens spielt die Bauzeitenplanung für den Auftraggeber eine große Rolle. Ebenso wichtig ist es jedoch auch, dass die einzelnen Gewerke, die in den einzelnen Phasen erbracht werden sollen, vorab hinreichend präzise eingeschätzt werden können. Dafür bedienen sich Auftraggeber und Auftragnehmer der Bau-Massenermittlung. Diese Mengenermittlung unterstützt dabei, den Umfang der Bauleistung hinsichtlich Materialeinsatz und damit assoziierten Kosten besser einzuschätzen.

Leistungsverzeichnis als Grundlage für die Mengenermittlung

In der Planung eines Bauwerks (Gebäude, Haus, etc.) wird üblicherweise ein Leistungsverzeichnis (LV) erstellt. Dies ist ein Dokument, welches präzise für jedes einzelne im Bauprozess zu erbringende Gewerk festlegt, welche baulichen Teilleistungen hierfür erbracht werden müssen. Dabei handelt es sich um einen entsprechenden Fließtext (Beschreibung). Das Leistungsverzeichnis ist somit nicht nur eine Beschreibung der geplanten Bauarbeiten, sondern referenziert hierbei auch spezifische Normen, bauliche Regelwerke & Standards. Dies hat den Hintergrund, dass sämtliche Bedingungen, Konditionen und referenzierten Standards die Durchführung der Bauarbeiten definieren und auch als Grundlage dienen, um später zu überprüfen, ob die Bauleistung gemäß Leistungsverzeichnis zufriedenstellend und qualitätsvoll erbracht wurde. Als Auftragsgrundlage zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer kommt dem Leistungsverzeichnis somit eine wichtige Rolle zu. Sofern es später Abweichungen zur vereinbarten Bauleistung geben sollte, kommt eine Mängelanzeige in Frage.

Mengenberechnung im Bau-Wesen nach REB-VB

Basierend auf einem Leistungsverzeichnis kann nun die Mengenberechnung gestartet werden. Dabei sind die konkreten Maße für einzelne Bauleistungen (Längen, Breiten, Tiefen) entweder schon direkt im Leistungsverzeichnis enthalten oder ergeben sich zusätzlich aus Bildern und Zeichnungen, BIM-Modellen oder sonstigen Aufmaß-Dateien. Basierend auf diesen Informationen kann nun – beispielsweise basierend auf der Regelung für die elektronische Bauabrechnung (Sammlung REB) – eine allgemeine Mengenberechnung durchgeführt werden. Die Regelung soll für alle Fachbereiche des Bauwesens die Mengen (also Flächen, Rauminhalte, Volumina, etc.) der unterschiedlichen Bauleistungen ermitteln können. Eine extensive Formelsammlung ermöglicht es, sämtliche bauliche Anordnungen schnell hinsichtlich ihres möglichen Materialeinsatzes einzuschätzen. Egal ob Trapezprofile, Hohlzylindersektor, Tangenteneck, Elipsenkörper, Zylinderhuf oder Kugelzone: für alle denkbaren Bauelemente sind entsprechende Formeln hinterlegt, die es dem Auftragnehmer ermöglichen, schnell die notwendigen Mengen zu berechnen. Angeschlossen an die Mengenermittlung ist dann natürlich auch eine entsprechende Preisauskunft. Insbesondere im Hinblick auf die stark volatilen (bzw. aktuell stark steigenden) Preise für Baumaterialien, ist es wichtig für den Auftraggeber eine Kostenschätzung hinsichtlich des Materialaufwands zu bekommen. Denn der geplante Materialaufwand wird üblicherweise im Rahmen einer ersten Abschlagszahlung direkt gezahlt, sodass der Auftragnehmer nicht in entsprechende Vorleistung gehen muss.

Kalkulationssoftware für Bau-Massenermittlung

Dadurch dass die Massenermittlung im Bau-Wesen viele Rechenvorgänge erfordert, um aus Leistungsverzeichnissen, Aufmaß-Dateien, Bildern oder BIM-Dateien entsprechende Materialmengen ableiten zu können, bietet sich auch hier der Einsatz einer robusten Kalkulationssoftware an.

Eine Software für die Mengenermittlung in der Bauplanung setzt üblicherweise auf dem Leistungsverzeichnis auf. Der Gemeinsame Ausschuss Elektronik im Bauwesen (GAEB) hat sehr weitläufig eingesetzte Standards für den Datenaustausch im Bauwesen definiert.  So gibt es beispielsweise Standard für folgende Datenaustauschphasen:

  • Universelle Leistungsverzeichnis-Daten
  • Leistungsbeschreibung
  • Angebotsaufforderung
  • Angebotsabgabe
  • Auftragserteilung
  • Rechnung
  • Mengenermittlung
  • Kalkulationsdaten

Eine Kalkulationssoftware für Bau-Massenermittlung kann entsprechend die relevante GAEB-Datei einlesen. Basierend darauf kann nun die Mengenermittlung in der Software gestartet werden. Eine geeignete Kalkulationssoftware wird auch Schnittstellen bereithalten, die es ermöglichen Aufmaß-Informationen bequem in die Software zu überführen, sei es aus Plänen und Zeichnungen, Ergebnissen vom mobilen Aufmaß bzw. einer Vor-Ort-Erfassung. 

Mit sämtlichen hinterlegten Formeln führt eine Baumassenermittlung-Software den Benutzer nun durch die einzelnen Berechnungen und kann Fehler in der Berechnung minimieren. Dies führt zu einer zuverlässigen Mengenermittlung, was sowohl für Auftragnehmer als auch Auftraggeber vorteilhaft ist. Je nach Umfang der Software, kann das Ergebnis der Mengenermittlung nun wiederum elektronisch übermittelt, exportiert oder lediglich für die Weiterverarbeitung abgespeichert werden. Denn im weiteren Bauverlauf macht (aus Perspektive des Auftragnehmers) auch ein Soll-Ist-Vergleich Sinn, der es ermöglicht Differenzen von Planung und Realität zu erfassen, sodass im Nachhinein ggf. noch weitere Materialien fakturiert werden können.

Der großflächige Einsatz von Software für Mengenermittlung führt auch dazu, dass Auftraggeber – wenn Sie ein Leistungsverzeichnis ausschreiben – sehr vergleichbare Angebote bekommen. So können Sie sich für das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis entscheiden. Auch eine umfangreiche Kosten- und Budgetkontrolle des Bauprojekts ist so wiederum möglich und kann sich nahtlos in einen Bauzeitenplan integrieren lassen (bspw. über eine Softwarelösung wie pro-Conto / pro-Budget). Die Firma gripsware selbst bietet keine Mengenermittlung an, arbeitet aber mit Partnern wie der MWM Software & Beratung GmbH zusammen, die eine umfangreiche Softwarelösung für die Mengenermittlung im Bauwesen bereitstellen.

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